Rhabarber umpflanzen und teilen - so wächst er sicher an

Anita Hansen .

19. Juli 2026

Rhabarber umpflanzen: Mit einer Schaufel werden die roten Stiele und Wurzeln aus der Erde gehoben.

Der Rhabarber steht plötzlich zu dicht am Weg, bekommt weniger Sonne oder bildet von Jahr zu Jahr kleinere Stangen. Ich zeige, wann ein Umsetzen sinnvoll ist, wie Sie die Staude teilen, welche Boden- und Platzverhältnisse sie braucht und wie sie danach schnell wieder anwächst.

Mit diesen Grundlagen gelingt der Standortwechsel des Rhabarbers

  • Beste Zeit: Spätsommer und Herbst, idealerweise zwischen September und Oktober.
  • Platzbedarf: Pro Pflanze etwa 1 m² einplanen, damit sich die großen Blätter frei entwickeln.
  • Teilung: Jedes Teilstück braucht kräftige Wurzeln und mindestens zwei bis drei gesunde Knospen.
  • Pflanztiefe: Die Knospen nur etwa 2 bis 5 cm mit Erde bedecken.
  • Erntepause: Im ersten Jahr nach dem Umsetzen nicht oder nur sehr vorsichtig ernten.

Der richtige Zeitpunkt entscheidet über den Anwuchs

Am zuverlässigsten lässt sich Rhabarber im Spätsommer oder Frühherbst umpflanzen. Die Pflanze zieht sich dann langsam zurück, die Blätter verlieren an Bedeutung und die Wurzeln können noch vor dem Winter neue Feinwurzeln bilden. In Deutschland sind meist September und Oktober die passenden Monate.

Auch das zeitige Frühjahr kommt infrage, solange der Boden frostfrei und bearbeitbar ist. Ich würde diesen Termin jedoch nur wählen, wenn ein Herbstumzug nicht möglich war. Sobald die Staude kräftig austreibt, setzt das Teilen und Versetzen ihr deutlich stärker zu.

Zeitraum Eignung Worauf es ankommt
September bis Oktober Sehr gut Wurzelwachstum vor dem Winter, weniger Verdunstung
März bis Anfang April Gut Vor dem kräftigen Austrieb arbeiten und regelmäßig wässern
Mai bis August Ungünstig Hoher Stress durch Blattmasse, Wärme und Verdunstung

Ein trockener, bedeckter Tag ist günstiger als pralle Sonne. Bei gefrorenem, völlig durchnässtem oder ausgetrocknetem Boden verschiebe ich die Arbeit lieber um einige Tage, denn der Zustand des Bodens ist mindestens so wichtig wie der Kalender.

Ein neuer Standort braucht viel Platz und lockere Erde

Rhabarber ist eine langlebige Staude und bleibt oft zehn Jahre oder länger am selben Platz. Deshalb lohnt es sich, den neuen Standort sorgfältig auszuwählen. Ideal sind ein sonniger bis halbschattiger Platz, humoser Boden und eine gleichmäßige Wasserversorgung ohne Staunässe.

Schwere Lehmböden lockere ich mit reifem Kompost und gegebenenfalls etwas grobem Sand. In sehr sandigem Boden hilft zusätzliche organische Substanz, damit die Feuchtigkeit länger gehalten wird. Frischer Mist gehört dagegen nicht direkt an die Wurzeln, weil er sie reizen oder beschädigen kann.

So bereiten Sie die Pflanzstelle vor

  • Eine Fläche von ungefähr 1 x 1 m pro ausgewachsener Pflanze freihalten.
  • Den Boden mindestens 30 cm tief lockern und Unkrautwurzeln entfernen.
  • Ein Pflanzloch von etwa 40 x 40 x 40 cm ausheben.
  • Die Erde mit reifem Kompost oder gut verrottetem Stallmist mischen.
  • Zu Mauern, Wegen und anderen stark wachsenden Stauden ausreichend Abstand lassen.

Direkt neben einem großen Baum würde ich Rhabarber nicht setzen. Dessen Wurzeln nehmen Wasser und Nährstoffe weg, während die breite Blattkrone zusätzlich Schatten erzeugt. Ein heller Platz am Rand des Nutzgartens ist meist die bessere Lösung als ein dekorativer, aber zu enger Standort.

Ein junger Rhabarber treibt aus der Erde. Das Umpflanzen hat ihm gutgetan, er wächst kräftig.

So setzen Sie die Staude Schritt für Schritt um

Vor dem Ausgraben schneide ich welke Blätter ab und wässere die Pflanze bei trockenem Wetter am Vortag. Das macht den Boden geschmeidiger und reduziert das Risiko, dass feine Wurzeln beim Herausheben abreißen.

  1. Großzügig ausgraben: Mit dem Spaten rund 20 bis 30 cm vom äußeren Blattansatz entfernt in die Erde stechen. Den Wurzelstock von mehreren Seiten lockern.
  2. Wurzelballen herausheben: Die Staude vorsichtig anheben und möglichst nicht an den Blattstielen ziehen.
  3. Teilungsstellen suchen: Kräftige Knospen oder Austriebsaugen am Wurzelstock erkennen. Alte, matschige oder schwarze Bereiche aussortieren.
  4. Wurzelstock teilen: Mit einem scharfen, sauberen Spaten oder Messer in handliche Stücke teilen. Jedes Teilstück sollte Wurzeln und zwei bis drei kräftige Knospen besitzen.
  5. Schnittflächen abtrocknen lassen: Bei trockenem Wetter können die Stücke einige Stunden im Schatten liegen. Das verringert das Risiko von Fäulnis.
  6. Einsetzen: Das Teilstück so platzieren, dass die Knospen nur 2 bis 5 cm unter der Erdoberfläche liegen. Zu tief gesetzte Kronen treiben oft schlecht aus.
  7. Angießen: Die Erde rund um die Pflanze gut einschlämmen und Hohlräume schließen.

Beim bloßen Umsetzen ohne Teilung bleibt der Wurzelstock vollständig. Das ist sinnvoll, wenn die Pflanze gesund ist, aber nur an einen besseren Platz soll. Teilen lohnt sich vor allem bei sehr großen, alten oder nachlassenden Stauden, ersetzt aber keine gute Standortvorbereitung.

Beim Teilen kommt es auf gesunde Knospen an

Ein Teilstück sollte nicht möglichst groß, sondern vor allem vital sein. Große Wurzelstücke mit nur einer schwachen Knospe bringen nicht automatisch bessere Pflanzen hervor. Ich bevorzuge handliche Stücke mit mehreren Austriebsaugen und festen, hellen Wurzeln.

Sehr alte Innenbereiche des Wurzelstocks sind oft verholzt oder zeigen Fäulnis. Diese Teile gehören nicht ins neue Beet. Ebenso sollten Sie Pflanzen mit deutlichen Krankheitszeichen nicht vermehren, sonst verteilen Sie das Problem gleich auf mehrere Stellen im Garten.

Teilungsstück Beurteilung Empfehlung
Mehrere feste Wurzeln, 2 bis 3 Knospen Kräftig Einsetzen und im ersten Jahr schonen
Eine große Knospe, wenig Wurzel Kann anwachsen Nur bei vorsichtiger Pflege verwenden
Matschige, dunkle oder stark verletzte Bereiche Problematisch Sauber entfernen und nicht verpflanzen

Saubere Werkzeuge sind kein übertriebener Aufwand. Ein kurzer Schnitt mit einem scharfen Spaten heilt besser als ein zerquetschter Wurzelstock, der an mehreren Stellen einreißt. Genau solche kleinen Unterschiede entscheiden oft darüber, ob die Staude im Frühjahr kräftig oder nur zögerlich startet.

Die Pflege nach dem Umsetzen legt den Grundstein

Direkt nach dem Pflanzen bekommt jede Staude etwa 10 bis 15 Liter Wasser. In den folgenden Wochen sollte der Boden gleichmäßig feucht bleiben, aber nie dauerhaft nass stehen. Besonders bei einer Frühjahrspflanzung müssen Sie häufiger kontrollieren, weil die großen Blätter viel Wasser verdunsten.

Eine dünne Mulchschicht aus Laubkompost oder gut verrottetem Kompost hält die Feuchtigkeit und schützt den Boden. Lassen Sie rund um die Knospen jedoch einige Zentimeter frei, damit die Krone nicht ständig feucht liegt.

Lesen Sie auch: Rucola ernten und nachwachsen lassen - so gelingt der Schnitt

Düngen mit Augenmaß

Im Herbst genügt meist eine Kompostgabe rund um die Pflanze. Im Frühjahr, sobald der Austrieb beginnt, kann eine weitere Gabe organischen Düngers sinnvoll sein. Ich halte mehr von zwei maßvollen Düngegaben als von einer großen Menge, denn überdüngter Rhabarber produziert zwar viel Blattmasse, wird aber nicht automatisch stabiler.

Im ersten Standjahr sollte die Pflanze ihre Energie in Wurzeln und Blätter stecken. Deshalb entferne ich höchstens einzelne Stangen, wenn die Pflanze ungewöhnlich kräftig wirkt, und lasse den größten Teil stehen. Im zweiten Jahr ist eine leichte Ernte möglich, ab dem dritten Jahr darf die Staude normalerweise wieder stärker genutzt werden.

Diese Fehler bremsen das Wachstum

  • Zu tief pflanzen: Liegen die Knospen deutlich unter der Erde, treiben sie verspätet oder gar nicht aus.
  • Zu wenig Platz lassen: Unter einem Meter Abstand bedrängen sich die Pflanzen und trocknen nach Regen schlechter ab.
  • Im Sommer umsetzen: Die große Blattfläche verliert dann viel Wasser, während die beschädigten Wurzeln kaum nachkommen.
  • Staunässe unterschätzen: Dauerhaft nasse Erde fördert Wurzelfäule, besonders im Winter.
  • Sofort kräftig ernten: Eine frisch versetzte Staude braucht zuerst Zeit für den Wurzelaufbau.
  • Krankes Material teilen: Auffällige Wurzelstücke sollten nicht als Vermehrungsmaterial dienen.

Wenn der Rhabarber nach dem Umsetzen im ersten Frühjahr kleiner bleibt, ist das noch kein Grund zur Sorge. Entscheidend ist, ob neue Knospen erscheinen und die Pflanze im Jahresverlauf gesundes Laub bildet. Erst wenn über zwei Saisons kaum Wachstum zu sehen ist, würde ich Pflanztiefe, Bodenfeuchte und Lichtverhältnisse erneut prüfen.

Ein guter Umzug zahlt sich erst in der nächsten Saison aus

Beim Rhabarber bringt nicht die spektakulärste Teilung den größten Erfolg, sondern die Kombination aus passendem Herbsttermin, gesundem Wurzelstück und großzügigem Standort. Wer nach dem Pflanzen geduldig bleibt, wird meist schon im folgenden Frühjahr mit kräftigem Austrieb belohnt.

Mein wichtigster Praxistipp lautet deshalb, die erste Ernte nicht zu erzwingen. Eine Saison Zurückhaltung kostet zwar ein paar Kuchen und Kompotte, gibt der Staude aber die beste Chance, sich dauerhaft im Nutzgarten zu etablieren.

Häufig gestellte Fragen

Am besten setzen Sie Rhabarber im September oder Oktober um. Das zeitige Frühjahr von März bis Anfang April ist möglich, wenn der Boden frostfrei ist und die Pflanze noch nicht kräftig austreibt. Von Mai bis August ist das Umpflanzen wegen Wärme, Blattmasse und hoher Verdunstung ungünstig.
Planen Sie pro ausgewachsener Pflanze etwa 1 m² ein. Ideal sind ein sonniger bis halbschattiger Platz, humoser Boden und eine gleichmäßige Wasserversorgung ohne Staunässe. Lockern Sie die Erde mindestens 30 cm tief und bereiten Sie ein Pflanzloch von etwa 40 x 40 x 40 cm vor.
Teilen Sie den Wurzelstock mit einem scharfen, sauberen Spaten oder Messer. Jedes Teilstück sollte kräftige Wurzeln und mindestens zwei bis drei gesunde Knospen besitzen. Matschige, dunkle oder verholzte Bereiche entfernen Sie. Die Knospen werden anschließend nur 2 bis 5 cm tief mit Erde bedeckt.
Gießen Sie die Pflanze direkt nach dem Einsetzen mit etwa 10 bis 15 Litern Wasser an und halten Sie den Boden in den folgenden Wochen gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Eine dünne Mulchschicht schützt vor Austrocknung. Im ersten Jahr sollten Sie gar nicht oder nur sehr vorsichtig ernten, im zweiten Jahr ist eine leichte Ernte möglich.
Artikel bewerten

Durchschnitt: 0.0 / 5 · 0 Bewertungen

Tags

rhabarber teilung pflanzabstand staunässe umpflanzen
Autor Anita Hansen
Anita Hansen
Mein Name ist Anita Hansen und seit 7 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Haus, Garten, Einrichtung und Technik. Diese Bereiche haben mich schon immer fasziniert, weil sie so unmittelbar unseren Alltag gestalten und verbessern können. Es ist mir wichtig, komplexe Sachverhalte verständlich aufzubereiten, sei es bei der Auswahl der richtigen Gartengeräte, der Planung einer neuen Küche oder der Erklärung moderner Haustechnik. Ich lege Wert darauf, meine Informationen sorgfältig zu recherchieren und verschiedene Quellen zu vergleichen, damit Sie sich auf verlässliche und praktische Tipps verlassen können, die Ihnen wirklich weiterhelfen. Mein Ziel ist es, Ihnen dabei zu helfen, Ihr Zuhause noch schöner, funktionaler und technologisch auf dem neuesten Stand zu gestalten.
Kommentare (0)
Kommentar hinzufügen