Wer seine Montbretien nach einem schönen Sommer nicht verlieren möchte, sollte den Winter nicht dem Zufall überlassen. Die Pflanzen sind in Deutschland nur bedingt frosthart, können in milden Regionen aber mit dem richtigen Schutz im Beet bleiben. Ich zeige, wann das funktioniert, wann das Ausgraben sinnvoller ist und wie die Knollen gesund durch die kalte Jahreszeit kommen.
Mit dem richtigen Schutz kommen Montbretien sicher durch den Winter
- Bedingt winterhart: Im geschützten Beet überstehen viele Montbretien leichte Fröste.
- Entscheidend ist die Nässe: Staunässe lässt die Knollen oft schneller faulen als der Frost sie schädigt.
- Winterschutz: Eine dicke Schicht aus Laub, Kompost oder Reisig schützt vor Kälte und Temperaturschwankungen.
- Bei starkem Frost: Längere Temperaturen unter etwa -10 °C sind ein guter Zeitpunkt, die Knollen auszugraben.
- Kübelpflanzen: Töpfe frieren deutlich schneller durch und sollten frostfrei überwintert werden.

Sind Montbretien winterhart genug für den Garten?
Die kurze Antwort lautet: nur eingeschränkt. Montbretien, botanisch Crocosmia, stammen ursprünglich aus Südafrika und speichern ihre Kraft in kleinen Knollen. Diese liegen relativ flach unter der Erdoberfläche und sind deshalb empfindlicher als tief sitzende Wurzelstöcke.
In einem milden Weinbauklima, an einer geschützten Südwand oder in einem gut drainierten Beet können die Pflanzen mehrere Winter draußen überstehen. In rauen Regionen mit lang anhaltendem Frost ist das Risiko jedoch deutlich höher. Ich würde deshalb nicht pauschal von winterharten Montbretien sprechen, sondern von überwinterungsfähigen Pflanzen mit Schutzbedarf.
Auch die Sorte spielt eine Rolle. Einige neuere Züchtungen gelten als robuster, trotzdem sind Angaben zur Frostverträglichkeit nicht immer einheitlich. Ein geschützter Standort und trockener Boden machen in der Praxis oft mehr aus als ein vermeintlich besonders winterharter Sortenname.
Welche Bedingungen entscheiden über den Wintererfolg?
Frost ist nur ein Teil des Problems. Besonders kritisch ist die Kombination aus nassem Boden, häufigem Auftauen und erneutem Gefrieren. In verdichtetem Lehm kann Wasser um die Knollen stehen bleiben. Das führt zu Fäulnis und macht die Pflanze zusätzlich anfällig für Frostschäden.
Der Standort macht den größten Unterschied
Montbretien stehen am besten sonnig, warm und windgeschützt. Eine Hauswand, ein Innenhof oder ein Beet mit guter Drainage sind günstiger als eine offene, zugige Fläche. Der Boden sollte locker, humos und durchlässig sein. Bei schwerem Boden mische ich groben Sand, feinen Kies oder reifen Kompost ein, damit überschüssiges Wasser schneller abläuft.
Der Pflanzzeitpunkt zählt
Knollen, die im Frühjahr gepflanzt wurden, haben bis zum Herbst Zeit, Wurzeln und kräftige Speicherorgane zu bilden. Spät im Jahr gekaufte Topf-Montbretien sind dagegen oft noch nicht gut eingewachsen. Bei solchen Pflanzen ist eine frostfreie Überwinterung im ersten Jahr die sicherere Entscheidung.
Die Knollen sollten außerdem nicht zu flach liegen. Eine Pflanztiefe von ungefähr 8 bis 10 Zentimetern bietet einen gewissen Schutz vor Temperaturschwankungen. Trotzdem ersetzt sie in kalten Lagen keine zusätzliche Abdeckung.
So bleiben Montbretien im Beet geschützt
In milden Gegenden können die Knollen im Boden bleiben. Der beste Schutz ist eine dicke, lockere Abdeckung, die Kälte dämpft und gleichzeitig Luft an die Pflanze lässt. Bewährt haben sich 15 bis 20 Zentimeter trockenes Laub, darüber eine Schicht Reisig gegen Wind und Nässe.
Mit dem Zurückschneiden warte ich möglichst bis zum Frühjahr. Die Blätter helfen der Pflanze nach der Blüte, Reservestoffe in der Knolle einzulagern. Außerdem schützt das stehen gelassene Laub den Bereich um die Knollen vor eindringender Feuchtigkeit.
Der richtige Ablauf im Herbst
- Verblühte Blütenstände entfernen, damit die Pflanze keine unnötige Kraft in die Samenbildung steckt.
- Das Laub stehen lassen, solange es noch grün ist.
- Nach dem Einziehen der Blätter eine 15 bis 20 Zentimeter dicke Mulchschicht auftragen.
- Bei Bedarf Reisig darüberlegen, damit der Wind das Laub nicht verteilt.
- Bei sehr nassem Boden keine luftdichte Folie direkt auf die Erde legen.
Eine zusätzliche Abdeckung gegen Regen kann in sehr feuchten Lagen sinnvoll sein, sollte aber seitlich offen bleiben. Eine komplett geschlossene Folie erzeugt schnell ein feuchtes Mikroklima, in dem die Knollen eher faulen. Genau dieser Fehler wird meiner Erfahrung nach häufiger gemacht als ein zu geringer Frostschutz.
Wann sollten die Knollen ins Winterquartier?
Wer in einer Höhenlage, in Ostdeutschland oder in einer Region mit regelmäßigen zweistelligen Minusgraden gärtnert, fährt mit dem Ausgraben sicherer. Auch bei schweren Böden, jungen Pflanzen oder besonders wertvollen Sorten würde ich das Risiko nicht unnötig erhöhen. Ab etwa -10 °C über längere Zeit ist ein frostfreies Winterquartier meist die vernünftigere Lösung.
Montbretien richtig ausgraben
Das Ausgraben erfolgt im Spätherbst, sobald das Laub deutlich vergilbt oder eingezogen ist. Die Knollen liegen nur wenige Zentimeter tief und lassen sich mit einer Grabegabel vorsichtig aus der Erde heben. Beschädigte, weiche oder faulige Exemplare sortiere ich aus, weil sie im Lager schnell weitere Knollen anstecken können.
Die Knollen dürfen kurz abtrocknen, sollten aber nicht wochenlang in warmer Raumluft liegen. Anschließend kommen sie in eine Kiste mit trockenem Sand, Torfersatz oder lockerem Papier. Das Winterquartier sollte dunkel, trocken und frostfrei sein, ideal sind ungefähr 5 bis 10 °C.
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Kontrolle während der Ruhephase
Im Winter brauchen die Knollen kein regelmäßiges Gießen. Ich kontrolliere sie etwa alle vier Wochen und entferne Exemplare, die weich werden oder Schimmel zeigen. Zu trockene, schrumpelige Knollen kann man vorsichtig umsortieren, aber Staunässe oder feuchtes Verpackungsmaterial sollte unbedingt vermieden werden.
Im Frühjahr werden die Knollen wieder ins Beet gesetzt, sobald der Boden frostfrei und ausreichend erwärmt ist. In Deutschland liegt dieser Zeitpunkt meist zwischen April und Mai. Wer früher pflanzen möchte, kann die Montbretien im Topf vortreiben und später nach draußen stellen.
Beet oder Winterquartier was ist die bessere Lösung?
Beide Methoden funktionieren, aber nicht unter denselben Bedingungen. Die folgende Übersicht hilft bei der Entscheidung.
| Überwinterung | Geeignet für | Vorteil | Risiko |
|---|---|---|---|
| Im Beet mit Laub und Reisig | Milde, geschützte Lagen | Wenig Arbeit, natürlicher Austrieb | Frost- und Fäulnisschäden bei ungünstiger Witterung |
| Ausgegraben im Winterquartier | Kalte Regionen, schwere Böden, Kübelpflanzen | Deutlich bessere Kontrolle | Zusätzlicher Arbeitsaufwand und Lagerbedarf |
| Im Topf an einem geschützten Platz | Terrasse und Balkon | Einfach zu transportieren | Der Topfballen friert schneller durch als Gartenboden |
Bei Kübelpflanzen ist der Schutz besonders wichtig. Selbst wenn eine Montbretie im Beet einen leichten Frost übersteht, kann der kleine Topfballen komplett durchfrieren. Ich stelle Töpfe deshalb in einen kühlen, frostfreien Raum oder grabe sie mitsamt Gefäß an einem geschützten Platz ein und umwickle den Topf zusätzlich mit Vlies oder Jute.
Was im Frühjahr und Sommer für kräftige Knollen sorgt
Eine gute Überwinterung beginnt nicht erst im November. Montbretien brauchen während der Wachstumszeit viel Sonne, regelmäßige Wassergaben und einen durchlässigen Boden. Gegossen wird kräftig, aber erst wieder, wenn die obere Erdschicht leicht abgetrocknet ist.
Im Frühjahr reicht eine Gabe reifer Kompost oder organischer Volldünger. Zu viel Stickstoff sorgt zwar für üppiges Laub, aber nicht automatisch für mehr Blüten. Nach drei bis vier Jahren lohnt sich das Teilen oder Umsetzen, weil die Pflanzen den Boden stark beanspruchen und die Horste sonst an Blühkraft verlieren können.
Auch Wühlmäuse können ein Problem sein. Wer in der Gegend regelmäßig Fraßschäden beobachtet, pflanzt die Knollen am besten in einen engmaschigen Wühlmauskorb. Das ist eine kleine Maßnahme, die sich besonders bei seltenen oder farblich außergewöhnlichen Sorten auszahlt.
Die zuverlässigste Entscheidung für frostige Regionen
Montbretien können in Deutschland draußen überwintern, aber nur dort, wo Standort und Winterschutz zusammenpassen. Für milde Lagen genügt oft eine dicke Laubschicht mit Reisig. In kalten oder nassen Regionen ist das Ausgraben der Knollen die deutlich sicherere Variante.
Ich entscheide deshalb nicht allein nach der niedrigsten vorhergesagten Temperatur, sondern prüfe auch Boden, Lage, Alter der Pflanze und Dauer des Frosts. Wer diese vier Punkte berücksichtigt, kann die leuchtenden Blüten jedes Jahr genießen, ohne im Frühjahr unangenehme Verluste hinnehmen zu müssen.